Durchatmen am Tag der Deutschen Einheit

Woran kann man wirklich historische Ereignisse erkennen? Jemand hat mal geschrieben: Daran, dass sich praktisch jeder daran erinnern kann, wo er war, als davon erfuhr. Der Anschlag auf das World Trade Center ist so ein Ereignis - erinnern Sie sich noch daran? Aber auch, ein paar Jahre zuvor, der Fall der Mauer. Ich weiß noch genau: Damals war ich als Zivildienstleistender auf einem Seminar in irgendeinem kleinen Ort mitten im Allgäu. Neunmal umsteigen musste ich, bis ich da mit dem Zug hinkam. Und der todlangweilige Referent sagte nur: "Schauen Sie heute mal die Nachrichten, da ist gerade etwas interessantes passiert" - und referierte weiter über das Schulsystem der DDR. Kein Witz.
Unsere Kinder können sich das gar nicht mehr vorstellen, wie das war: Diese Grenze durch Deutschland. Ich habe sie als Kind jedes Jahr durchquert, zu unseren Verwandten in Ostberlin. Ich habe es erlebt, wie Menschen unterdrückt und schikaniert wurden. Und ich bin froh, dass wir in einem freieren System leben. Dass wir atmen können. Dass wir leben können - nicht ganz, wie es uns gefällt, aber doch in großer Freiheit. Ich denke, daran sollten wir uns am heutigen Tag dankbar erinnern.
Gott gab uns Atem, damit wir leben.
Er gab uns Augen, daß wir uns sehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
Gott hat uns diese Erde gegeben,
daß wir auf ihr die Zeit bestehn.
2. Gott gab uns Ohren, damit wir hören.
Er gab uns Worte, daß wir verstehn.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
Gott will nicht diese Erde zerstören.
Er schuf sie gut, er schuf sie schön.
3. Gott gab uns Hände, damit wir handeln.
Er gab uns Füße, daß wir fest stehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
Gott will mit uns die Erde verwandeln.
Wir können neu ins Leben gehn.
- Blog von Heiko Kuschel
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