Tanzen für den Weltfrieden

Kirchweihsonntag, nachts um halb eins: Ein Raumschiff vom Planeten Baldasiebenstrichdrei kommt zur Erde geflogen. Die Außerirdischen wollen die Erde versklaven, die Menschheit hat keine Chance gegen die überlegene Technik der Angreifer.
Die landen ausgerechnet auf der Gochsheimer Kärm - und beobachten, wie Hunderte von Menschen im Kreis stehen, in die Hände klatschen und wirres Zeug schreien von gestohlenem Holz, von Zuckerrübenbauern, die Mercedes fahren, und dass irgend jemand ein Lasso rausholen soll. In der Mitte des Kreises stehen seltsam gekleidete Gestalten, die irgendwelche komplizierten Drehbewegungen vollziehen.
Nein, denken sich die Außerirdischen, diese Menschen scheinen ja vollkommen verrückt zu sein. Das hat wirklich keinen Sinn, die zu versklaven. Lieber suchen wir uns einen anderen Planeten. Und so fliegen sie, unbemerkt von allen, wieder davon - und der Gochsheimer Kehraus hat die Welt gerettet.
Na ja, ganz so wird es vermutlich nicht abgelaufen sein. Aber Fremden muss es schon ein wenig verrückt vorkommen, was da in Gochsheim mitten in der Nacht abläuft. Es ist schön, dass wir so gemeinsam feiern können. Dass wir so ausgelassen sein können. Dass wir einfach miteinander feiern können bei unserem Friedensfest. Dass wir uns dankbar daran erinnern können, dass wir nun schon so viele Jahre Frieden haben.
Den Frieden gestört haben am Sonntag einige Schläger. Ich finde das unheimlich schade, wenn die ausgelassene Atmosphäre durch solche Dinge getrübt wird. Es ist ein Friedensfest, kein Sauf- und Schlagwettbewerb. Ich hoffe auf eine friedliche Nachkirchweih.
- Blog von Heiko Kuschel
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Kommentare
Tanzen für den Weltfrieden
Kurz und knapp: Hat mir gut gefallen dein Blog. Etwas zum Schmunzeln, zum Freuen und zum Nachdenken. ( Auch wenn du sowas im Urlaub verfasst ;-) )
Auf eine friedliche Nachkerm!