Auf dem Weg der Ökumene

Bild von Heiko Kuschel

Heute war in Schonungen ein ökumenisches Treffen der evangelischen und katholischen Pfarrer (-innen), Diakone und weiterer Hauptamtlicher in der kirchlichen Arbeit. Gemeinsam begannen wir in der katholischen Kirche mit einer ökumenischen Andacht und tauschten uns dann über unsere Erfahrungen mit der Ökumene aus.

Gut, dass wir uns zusammensetzen. Gut, dass wir miteinander reden - und dass wir auch immer wieder neu gemeinsam etwas tun. Ökumenische Gottesdienste. Ökumenische Kinderbibeltage. Es gibt Vieles, wo wir voneinander lernen und profitieren können. Ich weiß nicht, ob es gut wäre, alles zu einer "Einheitskirche" zusammenzustopfen. Es gibt Unterschiede in unseren Traditionen, auch tatsächlich in der Art, wie wir über manche Dinge denken. Aber es ist wichtig, dass wir zeigen: Bei allen Unterschieden ziehen wir am gleichen Strang. Wir haben den gleichen Gott und das gleiche Ziel. Wir vertrauen einander, und wir vertrauen Gott, dass er uns führt.

So schreibt Paulus im Epheserbrief, Kapitel 4, Vers 1 bis 6:

1 Ich, der ich um des Herrn willen im Gefängnis bin, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging.
2 Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe
3 und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch den Frieden, der euch zusammenhält.
4 Ein Leib und ein Geist, wie euch durch eure Berufung auch eine gemeinsame Hoffnung gegeben ist;
5 ein Herr, ein Glaube, eine Taufe,
6 ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

 

Kommentare

Naja irgentwie ja doch geld...

Bild von KeKs Bauer

 Aber wenn mans so sieht die Pilgern die Strecke ja nich innerhalb von einem Tag sondern müssen ja auch irgentwo Rast machen und an den Rastenden verdient  die kath. Kirche bestimmt auch was und die Pilger pilgern ja bestimmt nich nur einfach hin und gehn sofort wieder heim da wird bestimmt nebenbei noch was gespendet...

Jop...

Bild von KeKs Bauer

Also bei deinem letzten Teil muss ich dir zustimmen manchmal muss es ja nich ma rden sein manchmal reicht auch schon einfach nur eine mail ohne Komma oder Punkt und dassreicht dann für mich eigentlich auch schon nen Zuspruch brauch ich nich und irgentwie klngt Fegefeuer doof wenns doch letzendlich um die Vergebung der Sünden geht wiso sagt mn das dann nich einfach?

Man weiß ja nie

Bild von KeKs Bauer

Man weiß ja nie...wer weiß naja aber Kohl brauchen die bestimmt trozdem...Fegefeuer gibts eh nich

Sicher?

Bild von Heiko Kuschel

Sagst du als Evangelische. ;-) 

Fegefeuer aus evangelischer Sicht mal wieder gut dargestellt bei Wikipedia:

In den protestantischen Kirchen wird die Vorstellung eines Läuterungsortes nach dem Tode als unbiblisch abgelehnt. Ebenso lehnen evangelische Christen das Fegefeuer oder vergleichbare Lehren aus demselben Grund ab. Die beiden evangelischen Hauptargumente für die Ablehnung des Fegefeuers liegen a) in der mangelnden biblischen Bezeugung des Fegefeuers, b) in der reformatorischen Ansicht, dass der Mensch allein durch den Glauben vor Gott gerecht werde; wenn die Sünder also durch ihren Glauben an den Kreuzestod Christi gerechtfertigt seien, könne Gott sie nicht doch noch für ihre Sünden in ein Fegefeuer schicken. Martin Luther hat dazu im Jahre 1537 in den Schmalkaldischen Artikel geschrieben: „Darum ist das Fegefeuer mit all seinem Gepränge, Gottesdienst und Gewerbe für lauter Teufelsgespinst zu achten.“ Hier liegt aus katholischer Sicht eine Verwechslung von zeitlichen Sündenfolgen (die aus lässlichen Sünden herrühren) mit der das Urteil ewiger Verdammnis auslösenden schweren Sünde (Todsünde) vor.

Aus evangelischer Sichtweise schmälert die Lehre vom Fegefeuer das Opfer von Jesus Christus am Kreuz in seiner allumfassenden sündenvergebenden Wirkung und stellt es als „nicht ausreichend“ zur Vergebung der Sünden dar, da ja der Mensch noch seinen Teil zur Errettung durch das Ertragen des Fegefeuers beitragen müsste.

 

Naja...

Bild von KeKs Bauer

vielleicht muss ma wieder der Vatikan aufpoliert werden oder so wer weiß (also wenn ich richtih aufgepast hab war der ablass um luther rum für den bau des petersdoms bestimmt) oder der Peters Dom muss renoviert werden

Nicht mehr für Geld

Bild von Heiko Kuschel

Zur Klarstellung: Der Ablass ist erst einmal nur, dass einem verkündet wird: Deine Fegefeuerstrafen sind dir erlassen. Damals konnte man Ablassbriefe kaufen. Heute ist es anders. Heute bekommt man einen Ablass zum Beispiel, wenn man nach Rom pilgert. Aber normalerweise, soweit ich weiß, nicht mehr für Geld. 

Hoffentlich!

Bild von Birgit

Ich will hoffen, das man sich die Vergebung nicht mehr mit Geld *erkaufen* kann. Der arme Luther....

Mal ganz davon abgesehen, das ich nicht davon überzeugt bin, das man die Erleichterung seines Gewissens mit der Erleichterung seiner Geldbörse erreicht. Ich dachte, das funktioniert mit Wahrheit und Beichte. Wie definiert denn unsere evangelisch-lutherische Kirche *Beichte*?

Das ist Beichte

Bild von Heiko Kuschel

Ob es eine wirkliche Definition gibt, weiß ich nicht. Für Luther wäre sie jedenfalls beinahe das dritte Sakrament neben Taufe und Abendmahl geworden, denn sie ist ja auch von Jesus eingesetzt ("welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten"). Allerdings gibt es nicht wie bei Taufe (Wasser) und Abendmahl (Brot und Wein) ein äußerlich sichtbares Zeichen dazu, deshalb: Kein Sakrament nach Luthers Definition.

Wichtig ist einfach die wirkliche Reue, und dass man es jemandem erzählt. Das muss noch nicht mal der/die Pfarrer(in) sein. Jeder Christ kann jedem anderen Christen zusprechen: Deine Sünden sind dir vergeben.

Eigentlich finde ich es sehr schade, dass Luther es nicht zum Sakrament "erhoben" hat. Ihm war die Beichte sehr wichtig. Bei uns ist sie viel zu "unterbelichtet". Und katholischerseits wird sie nur mit der Pflicht zur Beichte verbunden, so erlebe ich es jedenfalls in den Erzählungen der Leute. Aber ein Nachdenken über sich selbst und mit jemand anders darüber reden - das könnten wir, glaube ich, öfter gebrauchen. Vor allem, wenn dieser Satz am Schluss steht:

Deine Sünden sind dir vergeben. 

unterbelichtet

Bild von Birgit

Das mit dem unterbelichtet kann ich verstehen: Viele Protestanten haben da auch eher ein katholisches Bild mit Beichtstuhl und Pfarrer vor Augen. Und mit Buße in Form von soundsoviel *Vaterunser* oder soundsoviele *Ave Maria*. (Don Camillo, Pater Brown und co. lassen grüßen ;-) )

Ich muss da immer an einen Arzt denken, mit dem ich darüber mal gesprochen habe. Er hat damals gemeint, das er es ja im Gegensatz zu uns Protestanten leichter hat, da er katholisch ist: Er geht zur Beichte und gut is!

Aber das mit *wirklicher Reue* und *jemandem erzählen* das kann ich verstehen. Allein die Erkenntnis, Mist gebaut zu haben und das dann auch auszusprechen, es sich von der Seele zu reden, kann schon erleichternd sein. Aber könnte jemand einem diesen Zuspruch *deine Sünden sind dir vergeben* auch *verweigern* ? Ist die Beichte erst mit diesem Zuspruch perfekt?

 

 

Tja, da muss ich jetzt auch

Bild von Heiner

Tja, da muss ich jetzt auch mal wieder meinen Senf dazu geben=), Ökumene ist eh eines meiner Lieblingsthemen.

Ich finde es wirklich großartig, dass eine solche Veranstalltung existieren kann, leider wird es aber vermutlich nie weiter gehen als bis hierhin, ganz einfach, weil wir als evang. Kirche "nicht würdig sind" uns mit einer so hochwohlgeborenen Einrichtung wie der "einzig wahren römisch-katholischen Kirche und Glaubensgemeinschaft" zusammenzutun. Irgendwie scheint es auf höherer Ebene (Pabst, Bischof, etc.) ein Gesetz zu geben, dass Ökumene nur auf dem Papier existieren soll. Und dass ist sehr schade, letztenendes glauben wir doch größtenteils das Gleiche.

spannendes Thema

Bild von Birgit

Die trennenden Unterschiede scheinen in meinen Augen auch besonder nach oben hin weiter auseinanderzuklaffen. Die einfachen Gemeindeglieder diskutieren selten über die Transubstantiationslehre http://de.wikipedia.org/wiki/Transsubstantiationslehre .

So manches womit sich schon Luther auseinandergesetzt hat, wie Ablasshandel, Vergebung und co. ist immer noch aktuell. Wie war das denn mit Generalabsolution wenn man im Jahr 2000 nach Rom gepilgert ist? Aber vielleicht kann ja einer der beiden Pfarrer da mal genauer drauf eingehen....

Ablass gibts immer noch.

Bild von Heiko Kuschel

Um die Unterschiede zwischen evangelisch und katholisch verstehen zu können, muss man eigentlich schon fast Theologie studiert haben...

Auch zum Paulus-Jahr 2008/2009 (2000 Jahre Paulus) gibt es wieder einen Generalablass. Ich habe keine Ahnung, wie die römisch-katholische Kirche das damit vereinbaren kann, dass sie 1999 die Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre unterzeichnet hat, in der sie im Prinzip Luther Recht gibt: Wir können uns Gottes Gnade nicht verdienen.

Aber auf der Ebene der Gemeinden können wir gut zusammenarbeiten. Und das freut mich wirklich. 

???

Bild von Birgit

Uns zu einer *Einheitskirche* zusammenzustopfen wäre auch so nicht möglich, da wir ja päpstlicherseits nicht als Kirche anerkannt sind ,sondern unter * kirchliche Gemeinschaft* laufen, oder?

Manchmal ist mir das alles zu hoch, diese *Wortklaubereien* und theologischen Erklärungen. Ich finde es gut, das es den Dialog auf dieser Ebene gibt, die mir als Otto-normal-Gemeindeglied doch viel näher ist!

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