Auf Wiedersehen!

Bild von Heiko Kuschel

Seit dem 1. Dezember 2008 bin ich nun also nicht mehr Pfarrer in Gochsheim. Ich gehe nicht weit weg - „nur“ nach Schweinfurt – trotzdem fällt mir der Abschied von dieser Gemeinde sehr schwer. Ich werde zwar hier wohnen bleiben und wir werden uns sicher in der Kirche, beim Einkaufen oder auch bei manchen Festen noch einmal begegnen. Aber als Pfarrer werde ich nun woanders tätig sein.
Viele haben mich gefragt, was das eigentlich ist: City-Kirche Schweinfurt. Ehrlich gesagt, so genau weiß das noch niemand. Auch ich nicht. Genau das hat mich an dieser Stelle so sehr gereizt, dass ich mich darauf beworben habe: Es geht darum, etwas Neues aufzubauen. Kontakt vor allem auch zu Menschen zu suchen, die mit der Kirche sonst nicht allzu viel am Hut haben. Leben ins evangelische Gemeindehaus zu bringen. Und auch darum, die Johanniskirche für Passanten als Kirchenraum erfahrbar zu machen.
Gut neun Jahre war ich nun Pfarrer hier in Gochsheim. Ich habe mich hier sehr wohl gefühlt. Es war für mich immer eine ganz besondere Mischung aus Stolz auf die eigenen Traditionen und gleichzeitig einer Offenheit für Neues, für ungewohnte Wege, vor allem natürlich in der Jugendarbeit. Ich möchte ganz herzlich danke sagen für die vielen guten Begegnungen in dieser Zeit: Auf der Straße, bei Besuchen, bei vielen Gesprächen, vor allem aber auch in den Teams und im Kirchenvorstand, wo wir gemeinsam immer wieder neue Ideen und Perspektiven entwickelt haben. Danke auch für die kritischen Stimmen, die mir für meine weitere Arbeit oft sehr wichtig waren und mir andere Blickrichtungen aufgezeigt haben. Danke für alle Wege, die wir gemeinsam gegangen sind.
Wie geht es nun weiter? Die Pfarrstelle wird nun im Amtsblatt der Landeskirche neu ausgeschrieben, so dass sich Pfarrerinnen und Pfarrer darauf bewerben können. Mit etwas Glück gibt es in Gochsheim schon in einem halben Jahr einen neuen Pfarrer oder eine neue Pfarrerin. Bitte begleiten Sie in dieser schwierigen Zeit, in der manches wegfallen wird, Pfarrer Sengenberger und den Kirchenvorstand mit Ihrer Hilfe und natürlich auch Ihren Gebeten.
Ich war sehr gern Pfarrer hier in Gochsheim. Gott behüte Sie auf allen Wegen, die Sie nun gehen werden.
Ihr ehemaliger Pfarrer
Heiko Kuschel
 

Kommentare

Auf Wiedersehen

Für uns als Familie wird der berufliche Wechsel meines Mannes ein wenig zur Gratwanderung. Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, das sich ein scheidender Pfarrer aus der Gemeindearbeit ganz zurück zieht und das hat viele gute Gründe. Meist vollzieht sich dieser Wechsel  komplett mit einem Umzug und somit wird es für Pfarrer und Gemeinde einfacher. Aber was ist mit uns als Familie, die wir hier wohnen bleiben?

Für unsere Kinder sehe ich die Chance, das sie als Teil einer Gemeinschaft Gemeinde erleben können, ohne eine Sonderposition inne zu haben. Sie können und dürfen ehrenamtlich tätig sein, aber ohne Muss, ohne sich als Pfarrerskinder verpflichtet zu fühlen. Wir als Eltern sehen das viel entspannter, aber die Erwartungshaltung von außen ist oft größer als man meint.

Was diese Erwartungshaltung angeht, ist das natürlich bei der Frau des Pfarrers ähnlich. Ich werde meinen Mann weiterhin unterstützen, ihm den Rücken soweit es geht frei halten und für die Familie da sein. Vorerst werde ich mich aus der Familiengottesdienstarbeit in Gochsheim zurückziehen, ebenso beim Kinderschminken am Gemeindetag. Als Erzieherin hängt mein Herz an der Arbeit mit Kindern und Familien und es wird sich sicher eine Möglichkeit auftun, mich weiterhin in diesem Bereich zu engagieren.

Ihnen allen eine gesegnete Adventszeit und ein herzliches Dankeschön für die vielen guten Wünsche, die sie uns als Familie mit auf den Weg gegeben haben.

Birgit Kuschel

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