Evangelische Kindertagesstätte Villa Kunterbunt Sonnenstr. 22, 97469 Gochsheim, Tel. 09721/63983,
|
Vier Jahre Minigruppe
4 Jahre Minigruppe
Vor vier Jahren drehte sich die Diskussion beim Thema: „Betreuung und Förderung von Kindern unter 3 Jahren“ um Rabenmütter, die zu früh arbeiten und ihre Kinder zur Betreuung weggeben, um Karrierefrauen, die keine Kinder haben , wegen ihrem Beruf und um „Hausfrauen“, Frauen, die „nur“ zuhause sind.
Nun ist die Thematik um eine neue Wortschöpfung ergänzt worden – „Gebärmaschinen“. Egal, welche Entscheidung Frauen treffen – es ist vermeintlich die falsche Entscheidung.
Was zeigt uns die Praxis:
01. April 2004 – 01. April 2008
4 Jahre Minigruppe in der Villa Kunterbunt, dem Haus für Kinder in Gochsheim
So leicht macht uns keiner mehr was vor. Wir wissen, wie wichtig das Badspiegelputzen und Toilettenbürsten versenken für die 2 jährigen Kinder ist.
Wir kennen uns aus mit Fremdeln, Trotzphasen, dem Egozentrismus, der Sprachentwicklung vom Benennungsalter zur Satzbildung und Sauberkeitserziehung.
Auch die Entwicklung vom Krabbeln, Sitzen, Hochziehen und ersten Gehversuchen in Seitwärtslage ist uns vertraut.
Die Balance der Erzieher zwischen abwarten können und schnell reagieren, wenn ein Stuhl zu kippen droht oder sich eine Schublade (mit Kinderhand) schließt, beim Hochziehen...
Wir wissen auch, dass es in dieser Alterstufe keine Erwachsenen - Ordnung im Gruppenraum geben kann, weil die Kinder auf Entdeckungsreise gehen. Die Interessen liegen beim Erkunden, Ausräumen, Einräumen, Umschichten, Aufeinanderstapeln und immer wieder Reihen legen, Türme bauen, Schüttübungen und wir schaffen phantasievoll die Möglichkeiten für die Kleinen.
Auch der Krabbelbereich, mit einer Abtrennung versehen, wurde vielfältig ausgestaltet mit Polstern, Decken, Matten, Kissen und Schaumstoffpodest um Möglichkeiten für Bewegungserfahrungen zu schaffen und einen Schutzraum für die Kleinsten zu bieten, auf freiwilliger Basis.
Ein Bullauge zum Durchkrabbeln ist die Verbindung zum restlichen Gruppenraum.
Kompetenz und Qualität bei der Betreuung ist uns wichtig.
Drei päd. Mitarbeiter und eine SPS Praktikantin arbeiten in der Minigruppe. Neben besuchten Fortbildungen zum Thema: Das Kind bis 3Jahre, als Akteur seiner Entwicklung, einer Qualifikation zur Frühpädagogin, liegt natürlich eine Konzeption über die Minigruppe vor, in der die wichtigsten Fragen beantwortet werden.
Der genaue, sanfte Ablauf der Eingewöhnung über mehrere Wochen und die Arbeit nach dem neuen Bildungs- und Erziehungsplan und deren Umsetzung werden genau behandelt.
Unsere intensive Vorbereitung und Auseinandersetzung mit der Altersgruppe hat sich gelohnt, denn Kinder unter 3 Jahren können nicht einfach aufgenommen werden oder ein Konzept kopiert werden.
Wir haben die besondere Bedeutung der Entwicklungsstufe 1-3 Jahre erkannt und setzen in unserer Arbeit Schwerpunkte um Basiskompetenzen u.a. Selbstbewusstsein, Problemlösung, Aufgeschlossenheit gegenüber Neuem, Kreativität und Bewegung zu ermöglichen.
Der hohe Personalbedarf ergibt sich neben pädag. Aufgaben auch durch die vielfältigen praktischen Arbeiten, die häufig gleichzeitig anfallen.
Vor dem Spiel im Garten werden z.B. Matschhosen angezogen, gewickelt und gleichzeitig die Kindergruppe beaufsichtigt.
Oder in der Freispielzeit erkunden die Kleinsten die Taststraße , die 2 jährigen Kinder machen die Turnhalle unsicher und ein Kind braucht vielleicht die Flasche und will nochmals schlafen, während die Älteren gemeinsam Kneten wollen...
Unsere Hauptaufgabe besteht im Beobachten und Wissen über das Alter 1-3 Jahre der richtigen Umsetzung der Theorie und Unterstützung der Kinder im täglichen Miteinander.
„Hilf mir es selbst zu tun“ könnten wir es auch nennen, nach Maria Montessori.
Und dazu gehört auch ein Gleichgewicht um eine Lernaufgabe zu ermöglichen und rechtzeitig eine Gefahrenquelle auszuschalten, wenn z.B. ein 1 jähriges Kind über die Weichbodenmatte krabbelt und lernen muß, sich vor Mattenende zu drehen.
Die Kinder haben uns gezeigt, was wirklich wichtig ist und das Hauptaugenmerk auf vielfältige Bewegungsmöglichkeiten im Foyer, Turnhalle oder Garten , Singen, Bewegungsspiele und Fingerspielen gelegt.
Der gut strukturierte Tag mit festen Ritualen und Abläufen gibt den notwendigen, äußeren Rahmen zur Orientierung der Kinder.
Das Eingewöhnungsgespräch zwischen Eltern und Erzieher vor Aufnahme in die Gruppe vermittelt Einblick und gibt ausführliche Infos.
Die durchweg positiven Rückmeldungen der Eltern bestätigen unseren Ansatz.
Die Konstanz der Bezugspersonen ist ein weiteres wichtiges Kriterium unserer Arbeit. Denn die Kinder bauen eine enge Bindung zu allen Mitarbeitern auf.
Für die Transparenz und als Info über unsere Arbeit entstand ein Film für die Eltern über das Verhalten und Spiel ihrer Kinder in unserer Gruppe.
Die Arbeit in der Minigruppe eine Herausforderung, aber vor allem auch eine schöne Aufgabe an der wir täglich wachsen.
Weitere Informationen erhalten Sie in der Kindertagestätte Villa Kunterbunt in Gochsheim bei Gertrud Schech, Kitaleitung unter 09721/ 63983
- Druckversion
- Anmelden oder Registrieren um Kommentare zu schreiben
- 1412 gelesen
